26.9.2020 | Studio Wolf | 19 Uhr

GENERATION ZUKUNFT




Foto: Silke Mayer 

An diesem Abend überlässt FILMLÖWINKINO die Bühne der nächsten Generation, nämlich den Teilnehmer:innen des „Girls' Riot“ Workshops aus dem Jahr 2019. Damals noch zwischen 15 und 17 Jahre alt, konnten sie innerhalb dieses Ferienprogramms sowohl ihren Blick für das Medium Film als auch für feministischen Fragestellungen schärfen. Schließlich stellte die Gruppe ein eigenes Abendprogramm für das Internationale Kurzfilmfestival für Kinder und Jugendliche, das KUKI, zusammen und präsentierten es dort erstmalig einem Publkum aus jung und alt.

Nun stehen die jungen Kurator:innen bei uns erneut auf der Bühne. Begleitet von der Workshop-Gründerin Monika Koshka-Stein zeigen sie nicht nur ihr Filmprogramm, sondern berichten auch über den kreativen Auswahlprozess und beantworten Fragen aus dem Publikum.

Über diesem Abend steht die große Frage, wie sich die nachwachsende Generation von Feminist:innen die Zukunft des Kinos vorstellt. Welche Geschichten wollen junge Menschen auf der Leinwand sehen? Durch welche Figuren und Themen fühlen sie sich repräsentiert und ernst genommen?


WORKSHOPS

Auch die Workshops für Kinder und Erwachsene, die der Abendveranstaltung vorausgehen, widmen sich eben jenen Fragen.

Für Kinder im Grundschulalter:

Identitäten und Realitäten 

(Altersgruppen 3./4. Sowie 5./6. Klasse, jeweils 1 ½ Stunden)

Ziel der Workshops ist es, den Kindern Mut zu geben und sie empowern, sich selbst außerhalb von Geschlechterrollen zu sehen und zu definieren. Sie werden einerseits dafür sensibilisiert, welche geschlechtlichen Zuschreibungen, sowohl in Bezug Charakter und Eigenschaften, als auch in Bezug auf Äußerlichkeiten existieren. Sie sollen ebenso lernen, dass diese nicht festgeschrieben sind, sondern dass u.a. auch Mädchen mutig, stark und selbstbewusst und auch Jungen fürsorglich, emotional und sensibel sind. Im Workshop soll somit mit Methoden der Filmpädagogik ein Raum der Akzeptanz und Anerkennung von vielfältigen weiblichen, männlichen und diversen Identitäten geschaffen werden.

Anmeldung unter workshops@filmloewin.de


Dozentin: Laura Caesar


Foto: privat

Laura Caesar ist freischaffende Film- und Medienpädagogin. Sie besitzt zahlreiche Erfahrungen in der kulturellen Bildung sowie im medien- und filmpädagogischen Bereich. Bei mehreren Filmfestivals für Kinder und Jugendliche hält sie Filmgespräche, leitet Workshops und erstellt als Autorin FilmTipps sowie pädagogische Begleitmaterialien zu Filmen. Beim KUKI – Kurzfilmfestival für Kinder und Jugendliche Berlin ist sie als Organisatorische Leitung tätig. Für die Fernsehsender KiKA und Nickelodeon erstellte sie altersgerechte Web-Inhalte und betreute die Online-Community mein!KiKA. Ihren Master schloss sie im Studiengang „Kinder- und Jugendmedien“ an der Universität Erfurt ab und legte einen Fokus auf das Thema Gender und Film. Für ihre Masterarbeit mit dem Thema „Gendersensible Filmbildung als Differenzerfahrung Jugendlicher“ konzipierte und evaluierte sie Workshops zur Dekodierung von Geschlechterrollen.



Für Pädagog:innen und andere interessierte Erwachsene:

Harte Mädchen, weiche Jungs und so vieles mehr – Geschlecht im Kinderfilm

(4 Stunden, inkl. Pause)

Mutig oder kichernd – in aktuellen Kinderfilmen feiern traditionelle Klischees davon, wie Jungen und Mädchen sein sollen, noch fröhliche Urständ. In diesem Workshop wollen wir uns ansehen, wie Geschlecht in Kinderfilmen präsentiert wird, wie Stereotype nach-gespielt und verstärkt, aber auch unterlaufen werden. Für entsprechendes Handwerkszeug aus der Filmanalyse wird gesorgt: von „doing gender“ über „toxic masculinity“ bis zu „Heteronormativität“ klären wir gemeinsam wissenschaftliche Methoden wie politische Begriffe und sprechen anschließend darüber, welche Bedeutung sie in der pädagogischen Praxis haben können. Konkret wird es dann anhand von Filmausschnitten aus deutschen und internationalen Filmerfolgen – bestätigen diese nur traditionelle Rollen oder werden Macht- und Geschlechterstrukturen in Frage gestellt? Größere gesellschaftliche Diskussionen geben dabei stets den Rahmen vor, in dem wir uns bewegen. Die Bandbreite der Filme reicht von „Bibi & Tina“ bis „Die Eiskönigin“, von „Der Gigant aus dem All“ bis „Molly Monster“ – also Kinderfilme für alle Altersstufen von fünf bis vierzehn Jahren.

Anmeldung unter workshops@filmloewin.de


Dozent: Rochus Wolff


Foto: Anca Wölfle

Rochus Wolff ist Autor und Filmkritiker. Er hat Germanistik und Geschlechterforschung in Bonn, Oxford und Berlin studiert, schreibt seit 2004 regelmäßig über Filmthemen, seit 2013 mit dem Schwerpunkt Kinderfilme, nicht zuletzt in seinem Blog kinderfilmblog.de. Sein 2019 erschienenes Buch „33 beste Kinderfilme“ wurde als „wunderbare Einladung eines großen Filmliebhabers zu einer ästhetischen Entdeckungstour“ gepriesen. Er ist darüber hinaus als Texter, Redakteur und Social Media-Berater für eine Agentur in Süddeutschland beschäftigt; er lebt mit seiner Familie in Fulda.


Website: rochuswolff.de